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Diabetes und Empfängnisverhütung

Diabetes und Empfängnisverhütung

Diabetes kann die Wahl der Empfängnisverhütungsmethode beeinflussen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, dass Sie über dieses Thema mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen. Eine Zusammenarbeit mit dem Gynäkologen ermöglicht es Ihnen, die Methode der Empfängnisverhütung zu wählen, die sich für Sie am besten eignet.


Was ist als Diabetikerin bei der Empfängnisverhütung zu beachten?

  • Diabetes und Schwangerschaft schließen einander keinesfalls aus.
  • Diabetikerinnen benötigen eine sehr sichere Empfängnisverhütung, da eine ungeplante Schwangerschaft mit Komplikationen verbunden sein kann.
  • Eine Schwangerschaft sollten Sie möglichst im Voraus planen und sie muss genau überwacht werden. Aus diesem Grund sollten Sie die weniger verlässlichen Verhütungsmethoden vermeiden. Zu diesen zählen die Temperaturmethode, die Ogino-Methode oder der Coitus Interruptus.
  • Die Wahl einer geeigneten Empfängnisverhütung hängt von verschiedenen Faktoren ab:
    • Ihrem Alter
    • Ihrem Diabetestyp
    • Ihrer Familienanamnese
    • der Anzahl Ihrer Kinder
    • Ihrem Gewicht
    • eventuellen gynäkologischen Kontraindikationen
    • Ihren Rauchgewohnheiten
  • Sie haben die Wahl zwischen den folgenden Verhütungsmethoden:
    • Lokale Methoden
      • Kondome sind eine zuverlässige Verhütungsmethode, wenn sie richtig angewendet werden. Außerdem schützen sie vor übertragbaren Sexualkrankheiten.
      • Spermizide (Creme, Ovulum, Gel) sind säurehaltige Produkte, die am Gebärmutterhals aufgetragen werden und die männlichen Samenzellen zerstören. Sie eignen sich gut für Diabetikerinnen, da sie keine Nebenwirkungen in Bezug auf die Behandlung ihrer Erkrankung haben. Sie können allein oder in Verbindung mit einem Kondom verwendet werden, um die Effektivität zu erhöhen oder wenn Sie sexuelle Beziehungen zu verschiedenen Partnern pflegen.
      • Das Diaphragma ist eine Schale aus Latex, die von einer runden Metallfeder umgeben ist. Es muss in die Vagina eingeführt werden bevor es zum Geschlechtsverkehr kommt. Das Diaphragma gibt es in verschiedenen Größen. Es wird empfohlen, zusätzlich ein Spermizid in Form eines Gels oder eines Ovulums zu verwenden.
      • Bitte beachten Sie, dass diese Verhütungsmethoden mit Ausnahme des Kondoms nicht die zuverlässigsten Methoden zur Empfängnisverhütung sind. Es besteht immer ein Restrisiko, schwanger zu werden.
    • Spirale oder Intrauterinpessar (IUP)
      • Im Gegensatz zur verbreiteten Meinung kann die Spirale bei einem vorliegenden Diabetes verwendet werden.
      • Es handelt sich bei ihr um ein kleines Kunststoffgerät in verschiedenen Formen, das vom Gynäkologen in die Gebärmutterhöhle eingesetzt wird und Kupfer freisetzt. Neben einem mechanischen Effekt des Intrauterinpessars (IUP), der die Einnistung der Eizelle verhindert, stört Kupfer die Beweglichkeit der Spermien.
      • Zu den möglichen Komplikationen zählen längere Blutungen und das Risiko einer Blutarmut (Anämie).
      • Empfehlenswert sind Spiralen, die das Hormon Progesteron freisetzen. Sie sind wirksam bei der Verhütung und rufen keine oder nur wenige Blutungen hervor.
    • Pille oder kombinierte orale Verhütungsmittel
      • Die Pille ist die sicherste Verhütungsmethode, hat aber zugleich einige Risiken und Nebenwirkungen. Wenn im individuellen Fall keine zusätzlichen Risikofaktoren bestehen, ist die Pille zu empfehlen.
      • Die Pille, die Östrogen und Progesteron enthält, erhöht das Risiko eines Blutgerinnsels (Thrombose) um ein Vielfaches, sowohl bei Diabetikerinnen als auch bei anderen Frauen. Dieses Risiko ist bei Diabetikerinnen, die zudem rauchen, weitaus größer.
      • Die Verwendung einer kombinierten Pille eignet sich für Frauen, die jünger als 35 Jahre sind, keine Symptome für Gefäßerkrankungen zeigen und keine damit verbundenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufweisen (z. B. Bluthochdruck, Nikotinsucht oder Übergewicht).
      • Die Minipillen enthalten nur schwach dosierte Gestagene. Sie erhöhen das Risiko von Gefäßerkrankungen nicht. Dennoch rufen sie unregelmäßige Blutungen hervor und ihre Effizienz hängt von einer strikten Einhaltung der Einnahme ab. Sie können Minipillen verwenden, wenn Ihr Gynäkologe dies erlaubt hat und Sie regelmäßig untersucht werden.
      • Sollten Sie die Verhütung vergessen haben oder es bei der lokalen Verhütung einen Zwischenfall gegeben haben, so können Sie sich die "Pille danach" verschreiben lassen. Diese ist sehr effektiv, wenn sie innerhalb von 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen wird.

 

Möglichkeiten der Empfängnisverhütung gibt es auch für Diabetikerinnen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Diabetologen über die für Sie in Frage kommenden Alternativen.

Publikationsdatum:   20.09.10
Datum geändert:  15.04.11
 
 

Wir über uns

Dr. med. Amin Yousef

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